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Werk Birr mit Fabrikhalle (1960 – 1962) und Wohnsiedlung (1962 – 1967), Aufnahme von 1969. (ETH Bildarchiv)

ABB Bruggerstrasse

Von BBC zu ABB, Alstom, GE, Hitachi und Accelleron

Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg brachte der BBC ein rasantes Wachstum. Bald produzierte BBC Schweiz in grossem Stil auch ausserhalb von Baden. In Birr wurde die damals grössten Fabrikhallen Europas gebaut, daneben entstand eine grosse Wohnsiedlung. In Dättwil wurde 1973 ein eigenes Forschungszentrum eröffnet. Nach der Fusion der BBC mit der schwedischen ASEA von 1988 wandelte sich das Badener Fabrikareal schrittweise zum Stadtteil «Baden Nord». Im Jahr 2000 übernahm Alstom das Kraftwerkgeschäft von ABB, 15 Jahre später wurde dieses von General Electric (GE) aufgekauft, wobei Teile des Gasturbinengeschäftes an Ansaldo Energia abgespalten wurden. 2020 ging der Bereich Hochspannung an Hitachi, der Bereich Turbolader wurde 2022 als Accelleron verselbständigt.
Bemerkungen
Wird noch überarbeitet und ergänzt
Meilensteine

1952, Bau Gemeinschaftshaus Martinsberg, A. Meili, Hochbau Bruggerstrasse, R. Rohn
1963, Bau von Industriehallen für Grossmaschinen im Birrfeld
1961-67, Bau Wohnsiedlung «im Brisgi» in Baden, «in den Wyden» in Birr
1971, Inbetriebnahme des weltweit grössten Transformators 1300 MVA
1973, Eröffnung Forschungszentrum Baden-Dättwil
1978, BBC beschäftigt rund 100‘000 Menschen in 140 Ländern, im Schweizer Stammhaus 18‘000
1988, Aus BBC und ASEA wird ABB mit rund 160‘000 Beschäftigten in 159 Firmen auf 5 Kontinenten. Massiver Stellenabbau in der Region
1993, Lancierung des Entwicklungsrichtplans «Chance Baden Nord 2005»
1993-2015, Baden bleibt Engineering-Standort. Abbruch von Industriehallen, teilweise Umnutzung, Neubau von Wohn- und Bürogebäuden
2000, Alstom übernimmt von ABB das Kraftwerksgeschäft
2015, ABB Schweiz hat 6‘350 Mitarbeiter, davon in Baden 2‘500
2015, General Electric übernimmt das Kraftwerksgeschäft von Alstom

Die Barackensiedlung Brisgi 1964 aus der Vogelperspektive. Ab 1961 lösten grosse Wohnbauten die Barackensiedlung ab. (ETH Bildarchiv)

Wohnungsknappheit

Der Aufschwung der BBC brachte nach 1945 unzählige Arbeitende aus vielen Ländern nach Baden. Stadt und Konzern waren gefordert: Wo sollten diese Menschen wohnen? Kurzfristige Lösungen brachten die Barackendörfer im «Brisgi» (für Männer) und in Obersiggenthal (für Frauen). Im Brisgi entstanden später anstelle des Barackendorfs zwei neungeschossige Mehrfamilienhäuser und ein 20-geschossiges Hochhaus. Im Birrfeld baute die BBC neben der neuen Fabrik die Wohnsiedlung «In den Wyden» mit fast 600 Wohnungen. Weitere Wohnungen folgten in Wettingen, Neuenhof und Gebenstorf.

Das 1973 eröffnete Forschungszentrum Dättwil im Bau 1971
Gemeinschafts- und Freizeitzentrum Martinsberg 1953 (?)

Forschung, Freizeit, Bildung

Die BBC bot ihrer Arbeiterschaft ein vielfältiges Freizeitangebot. Hierfür liess sie vom Architekten Armin Meili 1952 das «Gemeinschaftshaus Martinsberg» – heute ein Teil der Berufsfachschule BBB – erbauen. Mit dem grossartigen Treppenaufgang, der stark ornamental gefassten Fassade und dem grauweissen Mosaikboden des Foyers inszenierte die BBC ihr soziales Engagement architektonisch. Das Kader verbrachte seine Freizeit weniger im Martinsberg – es traf sich in der Villa Boveri.

"Baden Nord"

Im einstigen BBC-Areal werden seit den 1990er-Jahren Fabrikgebäude abgebrochen oder umgenutzt. In der Alten Schmiede – zu Ihrer Rechten – befindet sich seit 2015 das Jugendkulturlokal «Werkk». Es war das vorläufig letzte ehemalige BBC-Gebäude, das einer neuen Nutzung zugeführt wurde. «Baden Nord» bietet Bildung, Kultur, Unterhaltung, Kulinarik und Wohnraum. Doch wird hier vor allem auch gearbeitet: Neben ABB haben sich weitere Firmen angesiedelt, als grösste die GE (General Electric), die 2015 das Kraftwerksgeschäft von Alstom übernahm, das noch bis 2000 zur ABB gehört hatte.