Villa Römerburg
Villa Römerburg- aussergewöhnlich wie ihr Bauherr
C.E.L. Brown zog sich 1911 aus der Firma zurück und scheint die Römerburg ab dann immer weniger genutzt zu haben. Er erwarb einen Wohnsitz im Tessin, wo er 1924 starb. Die Römerburg wechselte mehrmals ihre Eigentümer, ihr Park wurde zweckentfremdet, und sie wurde 1957 ziemlich hemdsärmlig abgerissen.
1891, Gründung Brown, Boveri & Cie.
1898-1899, Bau der Villa Römerburg
1911, Charles E.L.Brown scheidet aus der Firma aus
1916, Chares E.L. Brown übersiedelt endgültig ins Tessin, wo er 1924 stirbt
1957, Römerburg wird abgerissen, Bau Büropavillons
2018-2023, Totalumbau der Pavillons in Wohnungen
Lang, Norbert: Charles E.L.Brown 1863 - 1924 Walter Boveri 1865 - 1924 Gründer eines Weltunternehmens. Verein für wirtschaftshistorische Studien, Meilen 2000
Somm, Markus: Elektropolis an der Limmat. Stämpfli Bern 2019 (insbeso S 541-542, 558-560)
Haberbosch, Paul: Oskar Kiefers Skulpturen an der Römerburg in Baden. In: BNB 1964
Die Römerburg
Text folgt
Ein vielfältig begabter Bauherr
Charles Brown war nicht nur ein genialer Erfinder auf dem Gebiet der Elektrotechnik. Auch andere Neuigkeiten der Zeit – Automobile oder Fluggeräte – interessierten ihn sehr. Seine exzentrische Ader lebte er bei Kostümbällen aus oder dass er mit einem Hochrad in die Fabrik fuhr und auf dem Schulhausplatz Velokunststücke vorführte.
Spätere Nutzung und Abriss
Charles Brown zog sich 1911 aus der Firma zurück. Er und seine Familie (Ehefrau Amelie Nathan mit Kindern Charles Norman, Alfred Eric, Nelly, Margot) scheinen die Römerburg ab dann immer weniger genutzt zu haben. Im Jahr 1916 erwarb er eine Villa im Tessin, wo er 1924 im Alter von 61 Jahren an einem Herzinfarkt starb.
Eine Nutzung als Wohngebäude erwies sich als schwierig. Die Römerburg wechselte verschiedentlich die Eigentümer, der Park wurde schrittweise umgenutzt, die Villa selbst wurde 1957 ziemlich hemdsärmlig abgerissen.
Westlich des Standorts der Villa entstanden vier grosse Bürotrakte, die in jüngerer Zeit in Wohngebäude umgebaut wurden. An ihrem Standort und östlich davon wurden Mehrfamilienhäuser gebaut.
Die BBC-Villen an der Römerstrasse, dem Ländliweg und an der Burghalde
Brown Boveri & Cie, die 1891 gegründet wurde und 1892 den Fabrikationsbetrieb aufnahm, hatte rasch wirtschaftlichen Erfolg. Das erlaubte den Gründern und dem obersten Kader das Erstellen von Villen, die alles, was in der Kleinstadt vorhanden war, in den Schatten stellten.
Charles E.L. und Sidney Brown bauten auf einem freien, 400 m langen Landstreifen zwischen Römerstrasse und dem Bord zur Limmat. Die beiden Villen unterschieden sich stilistisch so stark wie die Charaktere ihrer Bauherren.
Die Villa Boveri des Co-Gründers am Ländliweg wird heute als Seminarhaus und für kulturelle Anlässe genutzt. Die daneben liegende Villa Funk beheimatet das Schweizer Kindermuseum. Die imposante Villa Baumann an der Burghalde dient dem Musikunterricht.
Mit Ausnahme der Villa Funk wurden alle Gründervillen in ganz unterschiedlichem Stil unter Leitung des aus Baden stammenden Architekten Karl Moser erstellt, Partner im international bekannte Karlsruher Architekturbüro Curijel und Moser.