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Die neu erstellte Villa Römerburg 1899, noch auf einem freien Feld. StaB Q.12.1.1131

Villa Römerburg

Villa Römerburg- aussergewöhnlich wie ihr Bauherr

Charles Eugene Lancelot Brown liess 1898-99 auf freiem Feld an der Römerstrasse die neuromantische Villa Römerburg bauen. Sein Gründungspartner Walter Boveri hatte bereits 1896-97 die neugotische Villa Boveri am Ländliweg erstellen lassen. Die Römerburg war von den Gründervillen zweifellos die aussergewöhnlichste und widerspiegelte den unkonventionellen Charakter ihres Bauherrn.
C.E.L. Brown zog sich 1911 aus der Firma zurück und scheint die Römerburg ab dann immer weniger genutzt zu haben. Er erwarb einen Wohnsitz im Tessin, wo er 1924 starb. Die Römerburg wechselte mehrmals ihre Eigentümer, ihr Park wurde zweckentfremdet, und sie wurde 1957 ziemlich hemdsärmlig abgerissen.
Bemerkungen
Tafel und dieser Text in Arbeit
Meilensteine

1891, Gründung Brown, Boveri & Cie.
1898-1899, Bau der Villa Römerburg
1911, Charles E.L.Brown scheidet aus der Firma aus
1916, Chares E.L. Brown übersiedelt endgültig ins Tessin, wo er 1924 stirbt
1957, Römerburg wird abgerissen, Bau Büropavillons
2018-2023, Totalumbau der Pavillons in Wohnungen

Quellen

Lang, Norbert: Charles E.L.Brown 1863 - 1924 Walter Boveri 1865 - 1924 Gründer eines Weltunternehmens. Verein für wirtschaftshistorische Studien, Meilen 2000
Somm, Markus: Elektropolis an der Limmat. Stämpfli Bern 2019 (insbeso S 541-542, 558-560)
Haberbosch, Paul: Oskar Kiefers Skulpturen an der Römerburg in Baden. In: BNB 1964

Westfassade, Aufriss Curiel und Moser. Archiv GTA
Die Gartenanlage der Römerburg (rot) erstreckte sich in Richtung Westen über die gesamte Fläche der heutigen Wohnpavillons. Dieser Plan ist nach Süden ausgerichtet, die Römerstrasse ist oben! Entwurf Otto Froebel 1898, Archiv GTA
Blick in den Park aus Westen

Die Römerburg

Text folgt


C.E.L. Brown mit seiner Frau Amelie 1906. StaB Q.12.1.2441
Vortrag als MFO-Angestellter ein halbes Jahr vor der weltweit ersten Hochspannungs-Drehstromübertragung über 175 km mit nur 10% Verlust
C.E.L. Brown verkleidet als Balletteuse oder Mephisto
Ein Dutzend Fratzen des Bildhauers Oswald Kiefer verzierten einen Fries am Westturm der Römerburg. Einige konnten beim Abriss gerettet und sind in einer Fassade am Cordulaplatz verbaut. Auch das ebenfalls gerettete Affenkapitell zeugt vom Charakter des Bauherrn.

Ein vielfältig begabter Bauherr

Charles Brown war nicht nur ein genialer Erfinder auf dem Gebiet der Elektrotechnik. Auch andere Neuigkeiten der Zeit – Automobile oder Fluggeräte – interessierten ihn sehr. Seine exzentrische Ader lebte er bei Kostümbällen aus oder dass er mit einem Hochrad in die Fabrik fuhr und auf dem Schulhausplatz Velokunststücke vorführte.

Die Römerburg im Mai 1954. Die Parkanlage ist zerstört, der Platz als Depot einer Baufirma genutzt. In der östlichsten Ecke wurde bereits ein Mehrfamilienhaus erstellt. StaB Suter Q.04.2.691.

Spätere Nutzung und Abriss

Charles Brown zog sich 1911 aus der Firma zurück. Er und seine Familie (Ehefrau Amelie Nathan mit Kindern Charles Norman, Alfred Eric, Nelly, Margot) scheinen die Römerburg ab dann immer weniger genutzt zu haben. Im Jahr 1916 erwarb er eine Villa im Tessin, wo er 1924 im Alter von 61 Jahren an einem Herzinfarkt starb.
Eine Nutzung als Wohngebäude erwies sich als schwierig. Die Römerburg wechselte verschiedentlich die Eigentümer, der Park wurde schrittweise umgenutzt, die Villa selbst wurde 1957 ziemlich hemdsärmlig abgerissen.
Westlich des Standorts der Villa entstanden vier grosse Bürotrakte, die in jüngerer Zeit in Wohngebäude umgebaut wurden. An ihrem Standort und östlich davon wurden Mehrfamilienhäuser gebaut.

Die BBC-Villen an der Römerstrasse, dem Ländliweg und an der Burghalde

Brown Boveri & Cie, die 1891 gegründet wurde und 1892 den Fabrikationsbetrieb aufnahm, hatte rasch wirtschaftlichen Erfolg. Das erlaubte den Gründern und dem obersten Kader das Erstellen von Villen, die alles, was in der Kleinstadt vorhanden war, in den Schatten stellten.

Charles E.L. und Sidney Brown bauten auf einem freien, 400 m langen Landstreifen zwischen Römerstrasse und dem Bord zur Limmat. Die beiden Villen unterschieden sich stilistisch so stark wie die Charaktere ihrer Bauherren.

Die Villa Boveri des Co-Gründers am Ländliweg wird heute als Seminarhaus und für kulturelle Anlässe genutzt. Die daneben liegende Villa Funk beheimatet das Schweizer Kindermuseum. Die imposante Villa Baumann an der Burghalde dient dem Musikunterricht.

Mit Ausnahme der Villa Funk wurden alle Gründervillen in ganz unterschiedlichem Stil unter Leitung des aus Baden stammenden Architekten Karl Moser erstellt, Partner im international bekannte Karlsruher Architekturbüro Curijel und Moser.