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Zementfabrik Oberehrendingen um 1900. Gemeindearchiv Ehrendingen via Dorfmuseum

Zementfabrik Ehrendingen

Zementfabrik mit kurzem Leben

Die Zementfabrik Lägern in Oberehrendingen wurde 1892/93 zur Ausbeutung der lokaler Kalk- und Mergelvorkommen gebaut. Eine Standseilbahn transportierte Material aus den nahegelegenen Steinbrüchen zur Fabrik; eine Luftseilbahn verband das Werk mit dem Bahnhof Niederweningen und diente sowohl zur Versorgung mit der für den Brennprozess benötigten Kohle wie auch für den Abtransport des produzierten Zements. Bei den bis 400 Beschäftigten handelte es sich grösstenteils um Zugezogene, oft alleinstehende Italiener, was zu Spannungen führte. Aus einer Reihe von Gründen geriet die Zementfabrik bald in finanzielle Schieflage, ging 1902 in Konkurs und wurde mit Ausnahme des Direktionsgebäudes abgerissen.
Bemerkungen
Keine Tafel
Wird noch ergänzt
Meilensteine

1871, Erstes Portlandzementwerk in der Schweiz
1892, Gründung und anschliessend Bau der Zementfabrik Lägern in (Ober-)Ehrendingen
1895, In der Schweiz bestehen 26 Zementwerke
1902, Konkurs
1905, Sprengung der Zementfabrik

Quellen

Eckmann, Claudio: ehrendingen-führungen.ch. Website

Der Baustoff Zement

Zement wird durch Erhitzung von Kalkstein und Tonmineralien auf rund 1450 Grad gewonnen. Das entstehende, zusammengebackene Material (sog. Klinker) wird anschliessend zum eigentlichen Zement gemahlen. Gewisse Schichten des Juragebirges weisen auf natürlichem Weg ein günstiges Verhältnis der beiden Ausgangsstoffe auf.
Vermischt mit Kies, Sand und Wasser entsteht Beton, der im Normalfall (es gibt eine grosse Zahl von Spezialzementen) innert einiger Tage eine hohe Festigkeit erreicht.

Ausrüstung und Betrieb


Steinbruch, Transport zur Anlage
Die Zementfabrik Lägern besass 2 sogenannte Schachtöfen. Diese wurden bei der Zementherstellung ab der Jahrhundertwende durch Drehrohröfen abgelöst, die eine höhere, gleichmässigere Produktion erlauben.
Seilbahn nach Niederweningen

Text wird noch ergänzt.

Soziale Auswirkungen

Text

Zementfabrik wird gesprengt

Konkurs und Ende

Eine Reihe von Gründen führte schon im Jahr 1902 zum Konkurs der Zementfabrik. Zu grosszügige Investitionen mit entsprechender Zinslast, schweizweit grosse Produktionskapazität bei gleichzeitigem Nachfragerückgang, hohe Betriebskosten verglichen mit direkt an Bahnlinien liegenden Werken, Drehrohröfen mit tieferen Kosten und höherer Qualität etc. dürften alle eine Rolle gespielt haben.
Nachdem für die Gebäude keine Verwendung gefunden werden konnte, liess ein neuer Eigentümer die Fabrikationsgebäude sprengen, um wenigstens – so berichtet ein Presseartikel – mit dem Metallverkauf noch einen Ertrag zu erhalten.