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Das Kraftwerk Kappelerhof 1898. Links die Dampfmaschinen - Anlage mit Hochkamin. Samt Dampfkessel betrug die Leistung 800 kW.

Kraftwerk Kappelerhof

Strom für die ganze Stadt

Zwar gab es in Baden schon vorher im Grand Hotel oder im Kurhaus elektrisches Licht, jeweils geliefert von Gewerbebetrieben entlang der Limmat. Erst das 1891 / 92 erbaute Kraftwerk Kappelerhof, das älteste grössere Flusskraftwerk des Kantons, ermöglichte aber eine flächendeckende Stromversorgung. Es ist auch eine Keimzelle des Aufstiegs von Baden zur Industriestadt. Zusammen mit anderen Faktoren beeinflusste die Aussicht, rasch über genügend Elektrizität zu verfügen, den Standortentscheid für die in Gründung begriffene Brown Boveri & Co. Darüber hinaus stellten die Generatoren des Werks den ersten Auftrag für die junge Firma dar. Nach den umfassenden Umbauten des Kraftwerks von 1976 und 2007 blieb eine der Maschinengruppen von 1918 / 1925 an Ort und Stelle erhalten und kann besichtigt werden.

Bemerkungen
Wird noch ergänzt
Meilensteine

1891 – 1892, Bau des Kraftwerks
1894 – 1896, Vollausbau auf vier Maschinengruppen
1898, Bau der Dampfkesselanlage zur Abdeckung von Leistungsspitzen (1925 abgebrochen)
1899, Nadel- durch Schützenwehr ersetzt
1918, Umwandlung der Elektrizitätsgesellschaft Baden in die Städtischen Werke Baden
1918, Vier neue Turbinen
1925, Vier neue Generatoren
1941, Höherstau um 30 cm
1967, Ein seit 1942 verfolgtes Projekt für ein weiter flussabwärts vorgesehenes Kraftwerk (Kappelerhof II) wird fallen gelassen.
1976, Neue Anlage mit Kaplan-S-Rohrturbine neben dem bestehenden Kraftwerksgebäude.
1977, Eröffnung des ‘Kleinen technischen Museums‘
1995, Die beiden Kraftwerke Aue und Kappelerhof gehen an die Limmatkraftwerke AG
2003 – 07, Neues Wehr auf der Höhe des Kraftwerks und Aufstau "Kappisee", zweite Maschinengruppe, zahlreiche ökologische Aufwertungsmassnahmen

Quellen

Steigmeier, Andreas: Mehr Licht. Baden Verlag 1991

Aushub des Kraftwerkskanals in Handarbeit. Leicht rechts der Bildmitte eine Gruppe von Arbeitern mit Schubkarren. Links oben der Bruggerhof, heute Restaurant „Zur Brugg“
Die ersten beiden Maschinengruppen kurz nach 1892. Die Jonval-Turbinen stehen auf einer vertikalen Welle. Ein Kammrad mit Holzzähnen lenkt die Energie auf den horizontalachsigen Generatoren um.
Periodisch mussten die Holzzähne der Kammräder ersetzt werden. Aufnahme 1968.
Bauplan 1891. Die Jonval-Turbine steht auf einer vertikalen Welle. Ein Kammrad lenkt die Energie auf den horizontalachsigen Generator um.

Gründer am Werk: Elektrizitätsgesellschaft und BBC

Die Initiative für den Bau des Kraftwerks ging von den Badener Kaufleuten Louis und Carl Pfister aus. 1890 sicherten sie sich die Wasserkraftkonzession im Kappelerhof und boten sie hierauf der Stadt an. Doch der Stadtrat zögerte. Inzwischen hatten die Brüder Kontakt zu Charles Brown und Walter Boveri aufgenommen, die eine elektrotechnischen Fabrik gründen wollten und sich für Baden als Standort begeistern liessen. 1891 wurde dafür die private Elektrizitätsgesellschaft Baden (EGB) gegründet und der Bau des Kraftwerks Kappelerhof begonnen. Bereits im Herbst 1892 wurde Strom produziert – eine erstaunliche Leistung, wenn man bedenkt, dass der Kraftwerkskanal vom damaligen, 500m flussaufwärts gelegenen Wehrstandort her von Hand gegraben wurde.

Inspektion des Nadelwehrs, vermutlich durch den EGB-Direktor Carl Pfister. Ein ähnliches Wehr existiert noch heute mitten in der Luzerner Altstadt zur Regulierung des Vierwaldstättersees.
Bau des Stauwehrs
Dampfmaschine 1921. Stadtarchiv Baden Q.12.1.1125
2. Generation ab 1925, Turbine und Generatoren ersetzt

Die Nachfrage wächst: Wehr, Dampfmaschine und Stromverbund

Die Nachfrage nach elektrischer Energie übertraf die Erwartungen. Schon 1896 wurden zwei weitere Maschinen in Betrieb genommen, 1898 musste eine Dampfmaschine angeschafft werden, um während Verbrauchsspitzen genügend Strom produzieren zu können. 1902 wurde ein Stromlieferungsvertrag mit der Kraftwerkgesellschaft Beznau- Löntsch abgeschlossen.
Anfangs wurde das Wasser mit einem sogenannten Nadelwehr in den Kraftwerkskanal geleitet. Dieses bewährte sich jedoch nicht und wurde 1898/99 durch eine Wehranlage mit Tafelschützen ersetzt.

Kaplan-S-Rohrturbine von 1976. Bei dieser Konstruktionsart ist der Generator gut zugänglich, der bauliche Aufwand aber gross
Das 1899 erstellte und bis 2007 bestehende Wehr. Ein Teil der Pfeiler werden heute für die Fussgängerbrücke genutzt.
Kaplan-Rohrturbine von 2007. Generator und Getriebe befinden sich oberhalb der Turbine in einem beidseits von Wasser umströmten Schacht.

Die weiteren Schritte zur heutigen Anlage

Die vier ersten Turbinen wurden 1918, die Generatoren 1925 ersetzt. Um der Stromknappheit während und nach dem 2. Weltkrieg zu begegnen, staute man die Limmat höher und begann mit der Planung eines flussabwärts im Gebiet Brisgi gelegenen Kraftwerkes „Kappelerhof 2“, welches die bestehende Anlage überflutet hätte.
1976 wurden die vier bestehenden Maschinengruppen mit einer Kaplan-S-Rohrturbinen ersetzt und das Flussbett unterhalb des Kraftwerks ausgebaggert, um mehr Gefälle zu erhalten. Ein letzter Ausbauschritt erfolgte zwischen 2003 und 2007. Mit der Verlegung des Wehrs auf die Höhe des Kraftwerks entstand der „Kappisee“, mit einer weiteren Maschinengruppe konnte die jährliche Stromproduktion beinahe verdoppelt werden. 1995 wurde das Kraftwerk Kappelerhof in die Limmatkraftwerke AG, eine Tochtergesellschaft der Regionalwerke AG Baden (60%) und der AEW Energie AG (40%) eingebracht.