
Bahnhof Turgi
Ein Bahnknotenpunkt
1856, Bahnhofprovisorium zur Eröffnung der Strecke Baden – Brugg
1859, Inbetriebnahme der Strecke Turgi – Waldshut. Bau des Inselbahnhofs
1875, Eröffnung der Bözberglinie Brugg – Frick - Basel
1906 – 1911, Erweiterung und Modernisierung der Bahnhofanlagen. Bau zweier Stellwerkhäuschen in Sichtbackstein
1925, Elektrischer Betrieb Zürich – Olten
1944, Elektrischer Betrieb Turgi – Koblenz
1993 – 1997, Vollständiger Umbau des Bahnhofs
2018, Der bediente SBB-Schalter wird geschlossen
Wanner, Ruedi: Bilder vom Bahnhofumbau Turgi. In: BNB 1998
Der Inselbahnhof
Wegen der vorgesehenen wichtigen Rolle als Drehscheibe im Verkehr mit Deutschland erhielt Turgi nicht nur ein respektables Bahnhofgebäude mit Buffets, sondern auch eine imposante Geleiseanlage (zehn Geleise!). Die Gliederung des Stationsgebäudes entsprach weitgehend jener des ein Jahr früher fertiggestellten Baus in Aarau. Architekt war Jakob Friedrich Wanner, der in den ersten zwanzig Jahren des Bahnbaus die meisten Stationsgebäude der Nordostbahn entwarf. Wanner erstellte auch den Zürcher Hauptbahnhof und die Stationsgebäude von Siggenthal, Döttingen und Koblenz.
Ein Bahnhof wird verkleinert
Mit der Eröffnung der Bözberglinie 1875 verliert die Strecke Turgi – Waldshut und damit auch der Bahnhof Turgi seine überregionale Bedeutung. Für die späteren Bedürfnisse waren Aufnahmegebäude und übrige Installationen bald überdimensioniert. Die mechanischen Stellwerke von 1911 gehörten zu den ältesten Sicherheitseinrichtungen der SBB. Zur Bedienung waren während zwanzig Stunden pro Tag drei Beamte erforderlich. Zwischen 1993 und 1997 erfolgte schlussendlich ein vollständiger Umbau des Bahnhofs. Die Geleiseanlagen wurden neu ausgelegt und ein kleines, eingeschossigen Bahnhofgebäudes gebaut. Die Stellwerkanlagen werden heute von der Betriebszentrale Ost am Flughafen Zürich ferngesteuert.